Europa Reisen

5 Tips für 1 Woche Texel

 

AUTOR : Helmut Wegmann            GESCHÄTZTE LESEZEIT : 8 Minuten, 7 Sekunden

   Der Leuchtturm im Norden ist so etwas wie das Wahrzeichen von Texel

Mal schauen was man da so alles machen kann ….

1. Warum Texel ?

Ende Mai wollten wir wieder mal kurz von zu Hause weg und uns lockte das Meer. Dabei sollte es schon eine Insel sein. Wir haben uns vorgenommen künftig möglichst nur noch einmal im Jahr zu fliegen. Daher hatten wir unser diesjähriges Flugkontingent schon im Winter mit den Kanaren verbraten. So kam eigentlich nur noch die Nordsee in Frage. Ein Blick auf die Karte und ein kurzes Nachschlagen von Fährverbindungen brachte uns auf Texel. Das sind von Leichlingen aus 345 km und die Fähre von Den Helder aus fährt einmal pro Stunde. Also : auf nach Holland.

Abfahrt mit der Fähre von Den Helder

Bei der Abfahrt an einem Samstag warteten wir bis die „morgendliche Welle“ weg war und starteten um 11 Uhr. Bis Den Helder kamen wir ohne Stau durch und an der Fähre waren wir der letzte Wagen der vor der Abfahrt noch auffuhr. Kaum waren wir ausgestiegen so legte das Boot schon ab. Fahrkarte und Parkkarte für die Insel hatte Petra alles schon vorher organisiert. Für unseren Aufenthalt hatte sie in De Koog im Hotel Uilenbos 6 Nächte gebucht. Wir hatten ein schönes, geräumiges Zimmer und auch das Frühstück war bestens.

Het Uilenbos – Unsere Unterkunft in Texel

Gleich nach dem Einchecken machten wir einen Ausflug mit dem Auto in den Norden der Insel um uns den dortigen Leuchtturm anzuschauen (das Wetter in den nächsten Tagen sollte schlechter werden). Natürlich machten wir dabei noch einen kleinen, ersten Strandspaziergang.

Leuchtturm im Norden der Insel

Zum Abendessen fuhren wir wieder nach De Koog zurück. Dies sollte das einzige Mal sein das wir unseren Wagen auf der Insel benutzten. Man kann Texel auch sehr gut ohne Auto erkunden.

2. Zwei Wanderempfehlungen

Einen speziellen Wanderführer für Texel habe ich nicht gefunden und wie sich herausstellen sollte braucht man so was auch nicht. Als Reiseführer hatten wir uns  aus der Reihe ReiseKnowHow einen Führer über Texel besorgt. Darin sind 5 Wanderungen mit Downloadmöglichkeit der entsprechenden Tracks beschrieben. Da diese aber alle recht kurz sind, haben wir uns letztendlich zwei Wanderungen selbst zusammengestellt.

Da ich über Wanderungen meist separat schreibe möchte ich hier nur die Links zu den entsprechenden Beiträgen angeben :

  1. Strand-Wald-Dünen-Kombi
  2. Texel-Runde im Naturschutzgebiet

Die Karten zeige ich trotzdem. Über das kleine Wölkchen im Kopf der Karte kannst Du Dir den Track direkt von hier aus runter laden.

Als hilfreich für die Wanderungen erwies sich wieder einmal meine Wander-App MapOut. Wie es scheint verschwindet mein Garmin Wander-Navi immer mehr in der Versenkung. Die kostenlosen OpenstreetMaps, offline tauglich auf meinem Handy, enthielten alle Wege und machten eine Wanderkarte überflüssig.

3. Den Burg und De Waal per Rad

Holland und somit natürlich auch Texel sind prädestiniert für Fahrradtouren. Also mieteten wir uns für vier Tage zwei Drahtesel. 64 Euro hat uns das gekostet, ein fairer Preis wie ich meine. Allerdings ohne E-Antrieb auf den wir bewusst verzichten wollten.

Das Radwegenetz ist auf Texel bestens ausgebaut. Die Wege waren auch in meiner Handy-App und deren OpenStreetMaps gekennzeichnet. Allerdings fehlten die Nummern der Knotenpunkte der Radwege. Hierfür war ein kleines Kärtchen, welches wir mit den Rädern vom Verleiher bekamen, sehr hilfreich.

Unsere erste Fahrradtour führte uns von De Koog über De Waal nach Den Burg und von dort wieder zurück nach De Koog.

De Waal ist ein verträumtes, kleines Örtchen mit 400 Einwohnern. Wir vertraten uns dort kurz die Füße und stellten (fast schon erwartet) fest, daß auch hier das Dorf-Museum Montags geschlossen hat. Wir fuhren also bald weiter nach Den Burg, dem größten Ort der Insel und sozusagen seine Hauptstadt. Dort hatten wir mehr Glück, denn dort ist Montags ein Wochenmarkt der sich über fast die gesamte Altstadt erstreckt. Er ist auf alle Fälle einen Besuchen wert.

Gestärkt mit Kaffee / Cappuccino und einer Tüte gebratener Mandeln traten wir nach ca. 2 Stunden die Rückfahrt nach De Koog an.

4. Den Hoorn, Oudeschild und Oosterend

Unsere erste grössere Radtour führte uns von De Koog über Den Hoorn nach Oudeschild. Wir wählten die Strecke über den Hoorn weil sie abseits der mehr befahreneren Strassen entlang des Naturschutzgebietes (und teilweise hindurch) De Dennen verläuft. Für den Rückweg nahmen wir die Strecke über Oosterend. Hier habe ich mal versucht die Strecke am PC aufzuzeichnen :

Unsere Radroute im Süden der Insel

Für das Zeichnen der Route war mir die Software TrackMap eine grosse Hilfe. Auf eine Wiedergabe deren Animation verzichte ich in meinem Blog, dies ist m.E. nur etwas für eine Dia-Show.

Die Strecke nach Den Hoorn ist sehr schön. Sie geht teilweise durch den Wald und ist daher windgeschützt. In Den Hoorn vertraten wir uns kurz die Füße, der Ort ist ganz nett, vergleichbar mit De Waal. In Oudeschild machten wir einen längeren Halt, bestaunten die Windmühle und sahen uns im Hafen um. Bei unserer Mittagspause auf einer Bank fütterten wir die Spatzen die sofort angeflattert kamen.

Eine feiste Möve, die auch anspaziert kam, ging leer aus. Da wäre für uns nicht mehr viel übrig geblieben. Nach einem Spaziergang durch den Ort tranken wir noch Kaffee / Cappuccino bevor wir mit den Rädern weiter fuhren.

Unterwegs kamen wir an zahlreichen Schafen vorbei, die auf den Deichen das Gras kurz halten. Ein Texel Urlaub ohne ein Foto eines Schafes ? Das geht gar nicht. Also : anhalten, Rucksack runter, Helm ab, Brille ab und Kamera raus. Ja, das fotografieren bei einer Radtour ist nicht so einfach wie bei einer Wanderung.

Nördlich von Oudeschild liegen direkt hinter den Deichen einige Seen / Teiche die als Vogelschutzgebiet ausgewiesen sind. Auch hier gab es einen Fotostop. Bald danach ging unsere Tour landeinwärts nach Oosterend. Dies ist ein sehr schönes Örtchen, durch das wir aber nur durchfuhren. Einkehrmöglichkeiten wären vorhanden gewesen, aber wir mußten weiter. Im Ort mußten wir mit der Route etwas improvisieren, da es einige Baustellen gab. Die bekamen dort auch das schnelle Internet per Kabel gelegt. Hinter Oosterend strampelten wir größtenteils über offenes Gelände. Dort lernten wir was es heißt entgegengesetzt der Windrichtung zu fahren.

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5. An die Nordspitze der Insel per Rad

An der Nordspitze von Texel waren wir ja schon mal kurz am 1 Tag. Da es dort, und unterwegs dorthin, noch mehr zu sehen gibt, machten wir nochmals einen Fahrradausflug in diese Richtung. Hier die Strecke die wir fuhren :

Unsere Radtour im Norden der Insel

Start / Ziel war natürlich unser Hotel in De Koog. Von dort aus radelten wir in einer „langen Geraden“ in Richtung Norden. An der auf meiner Karte als Aussichtspunkt gekennzeichneten Stelle sollte man unbedingt stoppen. Von dort gibt es einen tollen Ausblick über das Naturreservat De Slufter.

Auf der Höhe von Paal 28 bogen wir links ab in Richtung Strand. Eigentlich wollten wir eine Wanderung im Naturreservat machen. Der Weg war aber wegen der Brutzeit der Wasservögel gesperrt. Statt dessen gab es dann einen kurzen Strandspaziergang bei dem wir am Meer einige Angler trafen, die ihre Ruten in die Gischt warfen.

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Danach radelten wir landeinwärts in Richtung De Corksdorp. Die Strecke war sehr schön, ging sie doch windgeschützt durch ein lichtes Wäldchen mit zahlreichen Blumen am Wegesrand. Auch De Corksdorp machte einen guten Eindruck auf uns und wäre sicherlich einen Halt Wert gewesen. Uns zog es aber weiter zum Deich mit Blick über das Meer und wir radelten dort in Richtung Leuchtturm. Dieser war schon von weitem zu erkennen (siehe Titelbild dieses Beitrags).

Im Restaurant bei Paal 31 machten wir Mittagspause mit leckerem Fischbrötchen. Diese Stärkung hatten wir auch bitter nötig, denn auf dem Rückweg gab es wieder Gegenwind. Es war schon ein wenig frustrierend wie die ganzen E-Biker, auch solche mit sicherlich schlechterer Fitness, locker an uns vorüber zogen. Trotzdem : wir waren pünktlich in De Koog zurück denn wir mussten unsere Räder bis 18 Uhr wieder abgeben.

6. Was wir verpasst haben

Texel bietet natürlich noch viel mehr als wir in unseren 6 Tagen wahrnehmen konnten. Das ein oder andere machten wir bewusst nicht, für das andere war keine Zeit. Gerne hätten wir das Museum in De Waal besucht oder den Leuchtturm bestiegen. Bei einem längeren Aufenthalt würden wir vielleicht auch noch eine Watt-Wanderung machen.

Auf die Kutschfahrt durch das Naturreservat haben wir bewusst verzichtet da wir dort gelaufen sind. Die Tour ist aber sicher sehr schön und für jemanden der nicht mehr so gut zu Fuss ist bietet sie die Möglichkeit das Naturreservat zu sehen. Texel hat auch noch einen Flughafen. Für einen Rundflug war das Wetter zu schlecht und der Tandem Fallschirmsprung ist sicherlich nur was für jüngere Semester oder aber nur für sehr abenteuerlustige Senioren. Auch die Seehunde und Robben ließen wir bewußt in Ruhe. Wer möchte kann von Oudeschild eine entsprechende Bootstour machen.

Noch einen Tip für die Rückfahrt : Nehmt nicht eine Fähre zwischen 10 und 12 Uhr. Da sind dann alle drauf die am Abreisetag nach ihrem Frühstück die Insel verlassen wollen. Wartet ab bis die weg sind, macht noch einen Strandspaziergang und fahrt erst ab 14 Uhr !!

7. Was andere Blogger zu Texel schreiben

Natürlich bin ich nicht der erste der über Texel einen Reisbericht bloggt. Im Netzt findet man vieles was von Interesse ist und Anregungen bietet.

Ivana auf Weltenbummlerin schreibt etwas, was meiner Meinung nach nicht nur für allein reisende Frauen lesenswert ist.

Anne aus Berlin schreibt in FrischVerliebt warum ihr Texel so gefallen hat. Vielleicht weil sie es sich auch von oben aus dem Flieger angeschaut hat ? Mit dem Fliegen hat sie es ja, so ist sie von Berlin aus nach Amsterdam geflogen.

Auf Lilies Diary schreibt nicht Lily sondern Christine. Sie war auf Texel und gibt einige Tips dazu. Die Web-Site von ihr ist einfach toll gestylt und wirklich einen Besuch wert.

Texel im Schnelldurchgang stellt Jana auf Sonne-und-Wolken vor. Allerdings war dies eine organisierte Pressereise sonst hätte sie ein solches Programm in der kurzen Zeit wohl nicht geschafft.

Ausführlich beschreibt Peter auf PetersTravel seinen Urlaub auf Texel. Darin finden sich dann noch einige Tips die ich nicht kannte. Wenn wir nochmal nach Texel fahren schaue ich vorher nochmal in den Blog rein. Was mich stört : Es ist für mich nicht erkennbar wann er seinen Blog-Beitrag geschrieben hat und wann er da war. Könnte also schon ein Weilchen her sein.

Sicher gibt es noch weiter Blogs über Texel, aber das soll jetzt mal reichen !

 

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