Deutschland-NRW-RLP Reisen

17 Tage Malente in der Holsteinischen Schweiz

 

AUTOR : Helmut Wegmann            GESCHÄTZTE LESEZEIT : 7 Minuten, 20 Sekunden

   Unterwegs auf dem Dieksee bei der 5-Seen-Schifffahrt

Unser letztjähriger Urlaub (2022) an der Schlei in Schleswig hatte uns so gut gefallen, daß wir uns ganz sicher waren auch im nächsten Jahr 2 Wochen an der Ostsee in Schleswig Holstein zu verbringen. Wir hatten damals schon den südlichen Teil des Landes bewußt ausgelassen und für einen Folgeurlaub reserviert.

1. Einleitung

So hatten wir uns schon frühzeitig in Malente eine Ferienwohnung besorgt. Malente bot sich für uns als Standort an, da man von dort aus alle uns interessierenden Ziele im südlichen Teil von Schleswig Holstein in annehmbarer Zeit erreichen kann. Darüber hinaus verfügt Malente über einen Bahnhof der von zwei Regionalbahnlinien bedient wird die Kiel und Lübeck miteinander verbinden. So konnten wir bei 7 Wanderungen bzw. Ausflügen mit unserem 49 Euro Ticket den ÖPNV nutzen und nur 6 mal griffen wir auf unseren Wagen zurück.

Die Schwentine verbindet in Malente den Kellersee mit dem Dieksee

Mit der Ferienwohnung waren so zufrieden, daß wir  nach 4 Tagen Anwesenheit nochmals von ursprünglich geplanten 14 Tagen auf 17 Tage verlängerten. Bad Malente ist ein Kurort der alles an Geschäften alles bietet was man als Urlauber so braucht. Es gibt einige Restaurants deren Küche ab 12 Uhr durchgehend geöffnet hat, so daß wir, wenn wir von einer Wanderung zurück kamen, jederzeit was zu Essen bekommen konnten. Am häufigsten aßen wir im Bootshaus, aber auch das Villa-Colonial ist empfehlenswert und wurde von uns mehrfach besucht.

2. Holzbergturm in Malente

Nach unserer ersten, kurzen Wanderung zur Prinzeninsel bei Eutin waren wir noch nicht so ausgelastet das wir in die Ferienwohnung zurück kehren wollten. In der Nähe des Bahnhofs hatten wir ein Hinweisschild auf den Holzbergturm gesehen. Der wurde kurz gegoogelt und dem erhaltene Hinweis auf einen besteigbaren Aussichtsturm wollten wir unbedingt nachgehen.

Wir folgten den Schildern die sich wohl in erster Linie an Radfahrer oder Autofahrer richteten. Daher ging ein großer Teil des Weges an einer Straße entlang. Erst gegen Ende liefen wir abseits der Straße durch den Wald. Hinter einem Parkplatz erfolgte ein kurzer Anstieg auf einen Berg und wir kamen am Turm an.

Der Turm ist eine 30 m hohe Stahlkonstruktion die 2020 fertig gestellt wurde. Wir kamen doch noch etwas ins Schnaufen bis wir oben waren. Aber allen Interessenten sei gesagt : Es lohnt sich. Man hat eine wirklich tolle Aussicht.

Wegen des nicht so dollen Hinweges entlang der Straße suchte ich mit meiner Open Street Map einen etwas besseren Rückweg und zeichnete diesen mit dem Handy auf.

Wer möchte kann sich den Track hier runter laden :

3. 5-Seen-Schifffahrt

Nach 9 „Wandertagen“ in Folge wollten wir es mal etwas geruhsamer angehen lassen. Hierfür bietet sich in der Schleswig  Holsteinischen Schweiz eine Schifffahrt auf einer der zahlreichen Seen an. Bad Malente liegt am Dieksee und am Kellersee. Auf beiden Seen werden Schifffahrten angeboten. Auf dem Dieksee gibt es eine sog. 5-Seen-Rundfahrt bei der in 2 Stunden neben dem Dieksee noch der Langensee, der Behler See, der Höftsee und der Edebersee befahren werden.

Wir nahmen morgens um 10 Uhr das erste Schiff, da sind dann noch nicht so viel Leute unterwegs. Pro Person zahlt man 14 Euro für die Rundfahrt die ein Mal an einer beliebigen Stelle unterbrochen und später wieder fortgesetzt werden kann. Die Schiffe verkehren in stündlichem Abstand bis nachmittags 16 Uhr..

 
Kurz nach der Abfahrt in Malente
Representative Ferienhäuser am Dieksee
Am Anleger in Niederkleveez
Seeadler
Bei Timmdorf geht es in den Langensee
Massenhaft Enten auf dem Dieksee
Seeschwimmbad in Malente

Unterwegs gibt es einige Erläuterungen des Kapitäns zum See und der Gegend. Er machte uns u.a. auf einen Seeadler aufmerksam der über uns seine Kreise zog. Der majestätische Vogel wurde dabei von 2-3 respektlosen Krähen behelligt die ihn tatsächlich attackierten. Erst als die merkten das er keine Beute dabei hatte die sie ihm abjagen konnten ließen sie ihn in Ruhe.

4. Kleine Runde in Malente

Nachdem wir einige Wanderungen gemacht hatten, wollten wir natürlich auch mal eine Runde in Malente drehen um den Ort etwas kennen lernen. Eine kleine Kennenlernrunde kann man  am Anleger für die 5-Seen-Fahrt starten. Von dort wanderten wir zunächst entlang des Seeufers bis kurz hinter das Schwimmbad wo der Weg dann auch endet. Man geht dann die gleiche Strecke wieder zurück

 
Abfahrt der Schiffe auf dem Dieksee
Wie ein kleines Paradies - im Kurpark
Seerose im Kurpark
Am Kellersee

Anschließend überquert man die Bahnlinie und läuft die L56 in Richtung Ortszentrum. Kurz vor dem Zentrum biegt man recht ab in den Kurpark. Die Gebäude am Eingang des Parks sind schon alle etwas älter und verströmen etwas von dem Charme der späten 60-er Jahre.

Wir wanderten durch den Park, der im Bereich der vielen kleine Tümpel einen recht naturbelassenen Eindruck machte. Uns hat dieser Teil sehr gut gefallen. Kurz kamen wir auch an der Schwentine vorbei, die vom Kellersee in den Dieksee fließt.

Nachdem wir den Park verlassen hatten, wanderten wir durch ein Wohngebiet mit vielen älteren, aber charaktervollen Häusern zum Kellersee. Diesen erreichten wir am Malenter Fährhaus, einem Anleger für die Kellersee Schifffahrt. Am See entlang wanderten wir weiter bis zum Anleger an der Janusallee. Über die Janusallee liefen wir zur Bahnhofstrasse, der Hauptstraße des Ortes. Hier befinden sich Apotheken, Bankfilialen, Cafés, Eissalons etc. etc.

Was wir in Malente nicht fanden, waren „vernünftige“ Ansichtskarten. Irgendwie ist das heutzutage wohl etwas aus der Zeit gefallen. Wie manche sagen : „Das hat man heute nicht mehr.“ Also machten wir das, was die meisten Leute auch machen. Wir machten Photos mit dem Handy und informierten unsere Lieben per Whats App darüber das wir gut angekommen waren und es uns hier blendend geht.

5. Wanderung nach Timmdorf

Das was man in Malente ohne Bahn- oder ohne PWK-Anfahrt wandern kann wollten wir auch voll ausschöpfen. So machten wir uns auf nach Timmdorf, einem kleinen Örtchen am anderen Ende des Dieksees. Den Weg dorthin suchte ich unterwegs auf meinem Handy anhand der Open Street Map die in meiner Navigations App MapOut integriert ist.

 
Unterwegs nach Timmdorf entlang der K2 - Holzbergturm im Hinergrund
Bootsanleger am Ortseingang von Timmdorf
Mittagspause im Landgasthof Kaasch
Über die Brücke wanderten wir später
Unser Rückfahrtsschiff nach Malente

Natürlich begannen wir unsere Wanderung an unserer Ferienwohnung, die Aufzeichnung des Tracks startete ich aber erst als wir hinter dem Bahnhof von der L56 in Richtung Wildpark Malente abzweigten. Hinter dem Wildpark verläuft der Weg nach Timmdorf auf einem Rad-Fußweg der parallel zur Kreisstraße K2 verläuft.

Kurz vor dem Ortseingang von Timmdorf stoppten wir an einem privatem Bootsanleger und pausierten kurz auf einer Bank. In einem Kajak kam ein älterer Herr angefahren mit dem wir kurz ins Gespräch kamen. Er war 95 Jahre alt und paddelte immer noch !! Er empfahl uns zur Einkehr den Landgasthof Kaasch im Ort. Wir haben seine Empfehlung nicht bereut und aßen dort in einem herrlichen Garten zu Mittag. Anschließend wanderten wir frisch gestärkt weiter nach Niederkleveez. Dort warteten wir ca. 10 Min. am Anleger auf ein Schiff das uns zurück nach Malente brachte.

6. Alle Wanderungen

Insgesamt hatten wir 17 Übernachtungen in unserer Ferienwohnung in Malente. Wir waren jeden Tag unterwegs, wobei der Schwerpunkt auf Wanderungen lag. Über 13 dieser Wanderungen habe ich in separaten Blogbeiträgen berichtet. Diese Wanderungen sind in der folgenden Karte dargestellt und die entsprechenden Beiträge können über die Karte aufgerufen werden.

Wir waren also ganz schön viel unterwegs. Mit meinem Handy habe ich die Möglichkeit die insgesamt gelaufene Strecke aufzuzeichnen. Demnach sind wir in 16 Tagen in Summe 192 km gelaufen, also 12 km im Schnitt pro Tag. Dabei wird jeder Schritt mitgezählt bei dem das Handy dabei ist, also z.B. auch der Weg zum abends aufgesuchten Restaurant.

7. Timmendorf – Scharbeutz

Vor langen Jahren war Petra, damals noch als Kind,  in Scharbeutz in einem Kinderheim. So kam es, daß wir einen geplanten Ausflug nach Timmendorf in Scharbeutz begannen um von dort nach Timmendorf zu wandern. Die Anfahrt von Malente aus erfolgte per ÖPNV (Regionalbahn mit einmaligem Umsteigen in Bad Schwartau). Es war der einzige Tag in unserem Urlaub an dem nicht die Sonne von morgens bis abends auf uns herab lachte.

 
Viel Beton an der Promenade von Scharbeutz
Schmaler Dünenstreifenn - Strandkörbe - Meer mit Algen
Die Algen werden zusammengekarrt und abtransportiert
Da will wohl keiner rein !!

In Scharbeutz hat sich seit Anfang der 60-er Jahre doch einiges verändert, früher muß es wohl noch recht beschaulich und ganz nett gewesen sein (sagt Petra). Heute gefiel es uns absolut nicht : viel zu viel Beton in Strandnähe. Darüber hinaus gab es am Strand viele Algen die von Baggern zu großen Haufen zusammen gefahren wurden um sie anschließen, so gut es ging, abzutransportieren. Die Haufen sahen aus wie Dinosaurierschei…..  und rochen auch  so ähnlich.

Je weiter wir nach Timmendorf kamen um so ansprechender wurde die Szenerie. Es war zwar immer noch sehr touristisch und wenig beschaulich, aber das läßt sich an einem so stark frequentiertem Ort wohl kaum vermeiden. In Zentrumsnähe fanden wir ein Restaurant, nahmen ein Fischgericht zu uns um anschließend frisch gestärkt den Rückweg an den Bahnhof von Timmendorf anzutreten. Dabei durchquerten wir noch einen sehr schönen kleinen Park.

8. Résumée – Rückfahrt

Ich denke mal die Ostseeküste wird uns als Ferienregion erhalten bleiben. Wie angenehm das Klima hier ist, wurde uns nach unserer Rückkehr verdeutlicht. Es ist in etwa 4 °C kälter als im Rheinland, die Nächte bleiben deutlich unter 20°C und tagsüber weht meist, besonders an der Küste, aber auch im Binnenland, ein frischer Wind. Was die Wanderungen anbelangt, so sind sie alle seniorentauglich. Es fehlen halt die Berge.

Da wir aber nun sowohl den nördlichen, als auch den südlichen Teil von Schleswig Holstein abgedeckt haben, werden wir uns im nächsten Jahr die Ostseeküste in Mecklenburg- Vorpommern vornehmen.

Unsere Rückfahrt nach Leichlingen erfolgte an einem Dienstag. Dieses Mal führen wir über die A1 an Bremen vorbei, bei der Hinfahrt an einem Samstag fuhren wir über Hannover. Auf der Hinfahrt mußten wir gegenüber der von Google-Maps prognostizierten Fahrzeit von 5 h 30 Min noch 1 H 30 Min drauf hauen um anzukommen und waren 7 h unterwegs. Bei der Rückfahrt passte es exakt. Wir waren sogar 5 Min. schneller als vorhergesagt.

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