Bergisches Land Nordrhein-Westfalen Wandern

An der Wupper auf dem Willi Lobach Weg

Unterwegs zwischen Glüder und Unterburg

AUTOR : Helmut Wegmann            GESCHÄTZTE LESEZEIT : 3 Minuten, 55 Sekunden

   Staustufe der Wupper bei Unterburg

Vor 2 – 3 Monaten machten wir einen kurzen Winterspaziergang bei Glüder an der Wupper. Dabei fiel mir erstmals ein Hinweisschild auf einen mir bis dahin noch nicht bekannten Wanderweg, den Willi Lobach Weg, auf. Das Schild wurde fotografiert und der Weg gegoogelt und ein entsprechender Track aus dem Internet runter geladen. Nach einem mehr oder weniger verregnetem Januar / Februar war es nun endlich so weit und wir wollten die Wandersaison 2024 mit einer kurzen Runde in der Nähe von Leichlingen starten.

Gelaufen am        :
2024-03-20 (Mittwoch)
Start                     :
11:05
Streckenlänge     :
7,7 km
Steigung              :
280 m (↓↑)
Eingabe f. Navi   :
Wanderparkplatz Glüder (Google Maps)
GPX Track            :
Parken                 :

Die Originalwanderung startet in Solingen in der Nähe des Gutes Jagenberg und über einen Zuweg führt sie zum Start des Rundweges in Unterburg. Wir entschieden uns für einen Start in Glüder und parkten am dortigen Wanderparkplatz.

Wandermöglichkeiten gibt es von dort massenhaft wie ein Bild der entsprechenden Wegmarkierungen zeigt. Wir liefen vorbei an einer Station der Stadtwerke Solingen in der das Wasser der naheliegenden Sengbachtalsperre zu Trinkwasser für Solingen verarbeitet wird. Danach überquerten wir die Wupper über die vor  ca. 2 Jahren fertig gestellte, neue Wupperbrücke. Die alte war für einige Jahre wegen Baufälligkeit gesperrt gewesen.

Karte für den vorgesehenen Wanderweg

Auf der anderen Wupperseite sahen wir dann das Hinweisschild auf den Willi Lohbach Weg (obiges Bild). Hier kann man den Rundweg starten, entweder rechts herum, zunächst an der Wupper entlang oder links herum erstmal bergauf durch den Wald.

Mir schwante schon Übles als ich die Waldarbeiter weiter oberhalb in einem Seitental der Wupper sah und Skepsis kam auf, ob wir die Runde heute laufen könnten, denn da müßten wir auf dem Rückweg herlaufen. Die Arbeiter hatten von einer Talseite zur anderen ein Seil gespannt über welches mit einer Laufkatze Baumstämme von einer Talseite zur anderen transportiert wurden.

 
Die Brücke wurde vor ca. 2 Jahren neu errichtet.
Aussicht von der Brücke aus.
Eine Stele weist auf die Brücke hin
Einmündung des Bertramsmühler Baches in die Wupper.

So entschied ich mich die Runde entgegen dem Uhrzeigersinn zu laufen und wir wanderten zunächst entlang der Wupper nach Unterburg. Vorbei an  der Elfenquelle, der Staustufe Unterburg und der Kläranlage Burg erreichten wir den Ortsteil Unterburg. Am ersten Parkplatz hielten wir uns links und wanderten hinter den Häusern zur Kreisstraße die wir am Ortseingang überquerten.

Auf der anderen Straßenseite ging es in den Wald hinein und wir liefen dort bergauf bis zu einem schönen im Wald gelegenen Friedhof. Nach einem kurzen Stück entlang der Straße ging es wieder in den Wald rein.

Unterwegs sahen wir viele Hinweistafeln die über geologische Besonderheiten informierten. Auffallend war wie steil das Wuppertal hier ist. Wenn man an den steilsten Stellen runter schaute, konnte man fast senkrecht unter sich die Wupper fließen sehen.

Nach etwa 1 km trat das ein was ich befürchtet hatte, der Weg war wegen Waldarbeiten gesperrt. Nachdem wir zuvor gesehen hatten wie ein Baumstamm an einem Drahtseil über das Tal hinweg (und über die Köpfe potentieller Wanderer) transportiert wurde, sahen wir den Sinn der Sperre ein und versuchten erst gar nicht uns daran vorbei zu mogeln.

Nur kurz kann man einen Blick auf Schloss Burg erhaschen.

Zum Glück ist das Wanderwegenetz hier an der Wupper sehr, sehr dicht und ich hatte wie immer über meine Wander-App eine Open Street Map zur Hand, bzw. auf dem Handy. Nachdem wir knapp 100 m zurück gelaufen waren, ergab sich eine Möglichkeit nach unten auf den Wupperbegleitweg abzusteigen. Dies war der Weg den wir auf dem „Hinweg“ benutzt hatten.

Mein erstes Buschwindröschen in 2024
Mein erstes Buschwindröschen in 2024

Schon bald hörten wir in der ferne das Hundegebell aus dem Solinger Tierheim und wir erreichten die Strohner Brücke mittels der wir auf die andere Flussseite wechselten. Die Waldarbeiter waren im übrigen immer noch „zu Gange“. Nach gut 2 Stunden und knapp 8 km kamen wir dann wieder an unserem Wagen an und machten uns auf den Heimweg.

Fazit : Schöne, abwechslungsreiche Runde. Leider schade wegen der Wegsperrung. Da das bei uns in der Nähe ist, werden wir die komplette Runde sicherlich nochmal nachholen.

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Hin und her zwischen Glüder und Burg

Der Weg zwischen Glüder und Unterburg ist bei dieser Wanderung weitgehend identisch mit dem Willi Lobach Weg. Der Rückweg nach Glüder erfolgt auf der anderen Seite der Wupper. Auch der Startpunkt bzw. Parkplatz ist der geleiche. 7.2 km zu laufen mit 204 Höhenmetern.

Wupper zwischen Burg und Glüder
Von Glüder nach Burg

Hier wandert man ebenfalls von Glüder nach Burg entlang dem nördlichen Wupperufer. In Unterburg nimmt man die Seilbahn rauf nach Burg und läuft über die Höhen zurück nach Glüder. Die Strecke bietet sich an, wenn man Schloss Burg besichtigen möchte. 8,7 km, gelaufen erstmals in 2017.

  1. Das soll kein politischer Kommentar werden, aber ich möchte Bezug auf den Namen des Weges nehmen und das damit verbundene historische Vermächtnis.

    Der erwähnte Name des 1971 verstrobenen Willi Lohbach (Willi-Lohbach-Weg) taucht im Zusammenhang mit den Solinger Naturfreunden auf. Dort trat er 1926 als Mitglied ein.
    Zu Zeiten des dritten Reiches war – meinen Recherchen zufolge – der Verein verboten. Lohbach war bis zum Verbot der KPD 1956 in Westdeutschland (in der sowjetischen Besatzungszone wurde sie dort mit der SPD zur SED zwangsfusioniert) politisch in diesem Spektrum aktiv und hatte entsprechend den politischen Umstände im dritten Reich mit politischen Konsequenzen zu kämpfen.
    Aber auch zu Zeiten der nachfolgenden Besatzung (britisch im Solinger Raum) war eine solche politische Betätigung nicht erwünscht.
    Die Gründung der Naturfreunde erfolgte aus der Arbeiterbewegung 1895 als der Wiener Sozialist und Lehrer Georg Schmiedl seine erste Anzeige schaltete in der „Arbeiterzeitung“.
    Sie gilt als eine Art Gegenbewegung zu den Großgrundbesitzern, die einen freieren Zugang zur Natur ermöglichen wollte.
    In Deutschland kam es vor ca. 100 Jahren zu den ersten Gründungen (1905 in München). Das Wappen der Bewegung erinnert noch heute an die Wurzeln (sozialistischer Handschlag mit Blüten umgeben).
    Als Verdient Willi Lohbachs wird auf die langjährige seminaristische Arbeit zur Natur sowie Wanderungen / Führungen verwiesen sowie auf das Beschriften der Wanderreviere durch Tafeln und Anfertigung großmaßstäblicher Karten, für die er posthum 1972 geehrt wurde.

    Quellen:
    https://www.naturfreunde-nrw.de/system/files/documents/willi_lohbach_-_kurzbiografie_-_hp.pdf

    Als gelegentlicher Leser zu den Wanderungen bin ich gespannt über einen möglichen zweiten Teil, der die Nutzung des wegen Baumarbeiten gesperrten Weges ermöglicht und beschreibt.

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