Rheinland-Niederrhein Wandern

Vom Kloster Heisterbach nach Bonn

Letzte Etappe des Rheinsteig Wanderweges

AUTOR : Helmut Wegmann            GESCHÄTZTE LESEZEIT : 4 Minuten, 25 Sekunden

   Aussicht über den Rhein mit dem Posthochhaus im Hintergrund

Ca. 6 Stunden Streckenwanderung (einschließlich Pausen) auf Waldwegen und am Rhein entlang.

Gelaufen am        :
2019-08-30 (Freitag)
Start                     :
10:30
Streckenlänge     :
16.6 km
Steigung              :
435 m (↓) 350 m (↑)
Eingabe f. Navi   :
Parkplatz Heisterbach (bei Google-Maps)
Parken                 :
GPX Track            :

Der Rheinsteig zählt sicherlich zu den bekanntesten Wanderstrecken in Deutschland. Er startet in Wiesbaden und endet in Bonn. Ich kaufte mir vor einiger Zeit den Rother-Führer : Rheinsteig und RheinBurgenWeg. Damit hatte ich alle Tracks und auch jeweils eine kleine Beschreibung. Losgehen sollte es mit der von Leichlingen aus am nächsten gelegenen Etappe. Diese führt vom Kloster Heisterbach bis in das Stadtzentrum von Bonn.

Das Kloster Heisterbach hatte ich zur Vorbereitung mal gegoogelt. Petra und ich fanden das so interessant das wir die Anlage vor dem Start der Wanderung besichtigen wollten. Dazu drehten wir im Park eine kleine Runde, was zur Folge hatte das unsere Wanderung 16 km statt 14 km lang wurde.

Das die ehemalige Klosterkirche der Zisterzienser nach 1803 zerstört und als Steinbruch verwendet wurde machte mich schon etwas fassungslos. Es erinnerte mich fast an die Zerstörung Buddistischer Tempel in Afghanistan durch die Taliban.

Heute wird die Ruine als stilvolles Ambiente für Konzerte und Theateraufführungen genutzt. Bei unserem Rundgang konnten wir die Vorbereitungen für eine Veranstaltung am folgenden Samstag sehen.

Unsere Wanderung starteten wir anschließend vom Parkplatz des Klosters aus. Der Weg ist gut ausgeschildert und auf vielen Steinstelen sind Informationen über die Mönche und ihre Art zu wirtschaften eingraviert. Der Rheinsteig verläuft auf dieser Etappe überwiegend durch den Wald. An einigen Stellen gibt es kurze Abzweigungen die zu Aussichtspunkten führen. Von dort aus hat man einen schönen Ausblick über Dollendorf und das Rheintal. Nach Links geht der Blick in das Siebengebirge, wo man den Petersberg und den Drachenfels erkennen kann. Nach Rechts blickt man nach Bonn mit seinem beiden charakteristischen Hochhäusern : dem Post-Turm und dem Langen Eugen, dem ehemaligem Abgeordneten Hochhaus.

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An einem dieser Aussichtspunkte trafen wir einen Wanderer der unterwegs CD’s hörte, keine Musik sondern Info-Material. Ich kam mit ihm kurz ins Gespräch, er war sozusagen Profi-Wanderer und hatte eine Ausbildung zum zertifizierten Wanderführer. Er arbeitete für eine Firma die Fastenwanderungen anbietet und war dabei eine Tour mit 13 Teilnehmern vorzubereiten. Mit denen erwandert er dann den Rheinsteig.

Bevor wir zum Rhein hinab steigen konnten, mußten wir noch die Autobahn A59 überqueren. Der Weg führte dabei eine Zeit lang parallel zur Autobahn. Sehen konnten wir sie dabei nicht, aber um so deutlicher war sie zu hören. Hinter der Autobahn liefen wir durch Wohngegend hindurch bis zum Rhein. Dort unten angekommen machten wir erst mal ein kleines Päuschen und verzehrten unseren Marschproviant.

Frisch gestärkt marschierten wir dann die Rheinuferpromenade auf der Beueler Seite entlang. Mittlerweile hatten wir schon über 12 km auf dem Buckel, bzw. in den Füssen. Eigentlich wollte ich in Beuel die Personenfähre auf die Bonner Seite nehmen. Es war aber weit und breit keine Fähre zu sehen. Als wir an dem Anleger ankamen fand ich auf der Info-Tafel folgende Notiz : „Wegen Krankheit des Kapitäns fährt die Fähre ab 22.07 bis auf weiteres nicht.“ Na prima,  ob das wohl nochmal was gibt mit der Fähre ?

Also latschten wir weiter in Richtung Kennedy Brücke. Kurz vor der Brücke sah ich das Lokal Rhein Lust. Hier machten wir eine weitere Pause. Wie ich anhand der an uns vorbei getragenen Speiseteller sehen konnte hätten wir hier auch gut essen können, aber wir hatten ja schon unsere Bütterchen …. Also beließen wir es bei einem Radler gegen den Durst und einem Kaffee für den Genuss.

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Von der Brücke aus hatten wir dann noch eine schöne Aussicht auf das Beueler-Ufer und auch der ansonsten etwas diesige Ausblick in Richtung Siebengebirge wurde etwas besser. In Bonn hatte ich von 1972 bis 1980 studiert. Seitdem bin ich kaum noch in der Stadt gewesen. An den historischen Gebäuden hat sich nicht so viel verändert, die meisten waren heute aber zugehängt weil überall irgendwelche Renovierungsarbeiten am Laufen waren.

Am meisten staunte ich dann aber am Bahnhof. Die hatten jetzt eine U-Bahn. Zu meiner Zeit gab es in Bonn noch mitten in der Stadt an einigen Stellen Bahnschranken und die Bonner witzelten : „Berlin ist durch die Mauer zweigeteilt und Bonn durch die Deutsche Bundesbahn“. Zum Glück ist ja beides schon lange nicht mehr der Fall.

Die Rückfahrt nach Heisterbach klappte prima. Erst mal ging es mit der Linie 66 der Bonner Stadt-Bahn ab Gleis U4a nach Dollendorf. Die fährt alle 10 Min. Im Internet hatte ich vorher schon gesehen das es ab Dollendorf mit der Buslinie 520 alle 10 Min. zum Kloster Heisterbach gehen würde. Am Bahnhof in Dollendorf die Treppe rauf und schon fällt man sozusagen auf die Bushaltestelle. Und der fuhr tatsächlich alle 10 Minuten. Ach wenn das in Leichlingen mit unserer RB 48 auch immer so schön klappen würde ….

Mein Fazit : Eine schöne, sehr abwechslungsreiche Wanderung. Der reine Waldanteil hätte für meinen Geschmack etwas geringer sein können.

 

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