Deutschland-NRW-RLP Reisen

Zwei Wochen in Schleswig an der Ostsee

Wanderurlaub an der Ostsee

AUTOR : Helmut Wegmann            GESCHÄTZTE LESEZEIT : 7 Minuten, 45 Sekunden

   Schleswig mit der Schlei am Anfahrtstag

Eigentlich wollte Petra bloß nach Helgoland. Da sich die weite Anfahrt nur wegen der kleinen Insel nicht lohnt, verlängerten wir den Kurztrip auf einen 14 tägigen Urlaub in Schleswig Holstein.

1. Einleitung

Anfang April machte ich mich auf die Suche nach einer Ferienwohnung für Mitte bis Ende Juni. Das Angebot wurde schon langsam knapp. Ein Freund von mir suchte 4 Wochen später und fand schon nichts mehr. Ich hatte Glück und fand noch was in Schleswig. Ein Blick auf die Karte hatte mir gezeigt das dieser Ort ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung sein muß. Den nördlichen Teil der Ostseeküste Schleswig Holsteins kann von hier aus ohne längere Fahrten abgedeckt werden. Lediglich die Gegend um Lübeck und die Holsteinische Schweiz ist etwas weiter weg. Das wäre dann Ziel eines eventuellen Folgeurlaubs.

Am Rathhausmarkt in der Altstadt

Unsere Ferienwohnung lag mitten in der Altstadt von Schleswig, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants waren fußläufig zu erreichen.  Die Anfahrt erfolgte am Pfingstsamstag und da waren wir nicht alleine unterwegs. U. a. aus Gründen des Umweltschutzes hatte ich mir selbst ein Tempolimit von 120 km/h auferlegt und hielt mich auch schon seit 2-3 Tankfüllungen daran. Das wir knapp 7 h brauchten, hatte aber damit nichts zu tun. Die Strecke über Hannover war einfach zu voll und dann kam auch noch Hamburg mit seinem Elbtunnel …

2. Stadtwanderung in Schleswig

In unserem Wanderführer wurde auch eine Stadtwanderung in Schleswig vorgeschlagen. Die wollten wir an einem Tag mit weniger guten Wetterprognosen machen. Die Gelegenheit dazu hatten wir gleich an unserem 3-ten Urlaubstag.

Da unser Appartement praktisch auf dem vorgeschlagenem Track lag, starteten wir gleich von dort. Wir wanderten etwas aus dem Ort raus und kamen östlich des Ortsteiles Holm an die Schlei. Laut Karte gibt es hier in der Nähe von einigen attraktiven Neubau Wohnungen eine Badewiese an der Schlei. Das Wetter war wirklich garstig, es windelte stark und außer einigen Maulwurfshügeln gab es hier nichts zu sehen.

Kurz danach kamen wir an dem St. Johannis Kloster vorbei, wo wir einen kleinen Abstecher in den Mini-Park und den Kräutergarten machten. Sieht sehr schnuckelig aus und gerne spendeten wir 2 Euro zum Erhalt des Kräutergartens in die bereit stehende Spendendose.

Hinter dem Kloster kommt der Ortsteil Holm, ein ehemaliges Fischerdorf mit niedlichen kleinen Häusern, die alle von schönen Blumen geschmückt wurden. Hier liegt auch das Restaurant Schleimöve, ein Fischrestaurant in dem wir sage und schreibe 5 mal zum Essen waren. Reservierungen sind zu empfehlen, die Küche schließt schon um 7 Uhr, also nichts für Nachtschwärmer.

 
Am Start unserer Runde in der Altstadt
Die Wiese firmiert als Badestrand an der Schlei
Ziemlich garstiges Wetter hatten wir
Typisch waren die Blumen an den Häsuern
Häuserzeile in Holm
Im Gelände der Landesgartenschau
Park mit Wikingerturm im Hintergrund
Schloss Gottorf
Im Park hinter dem Schloss

Hinter dem Rathausmarkt gelangten wir zum Schleswiger Dom, den man sich unbedingt auch von innen anschauen sollte. Der Turm kann bestiegen werden, was ich aber des Wetters wegen an einem anderen Tag machte.

In 2008 gab es in Schleswig die erste Landesgartenschau in den Königswiesen, westlich der Altstadt. Durch dieses schöne Parkgelände setzten wir unsere Wanderung fort und wanderten hinter dem Park am Ufer der Schlei zum Schloss Gottorf. Die dort untergebrachten Museen besichtigten wir nicht, für unseren Rundgang wäre das zu viel gewesen.

Statt dessen verließen wir die Museumsinsel und wanderten durch einen weiteren Park und gelangten an einem Teich auf einen Fußgängerweg der etwas oberhalb der Altstadt verlief. Gut einem Kilometer vor unserem Ausgangspunkt ging es dann wieder runter in das Stadtzentrum und wir erreichten über eine kleine Füßgängerzone unseren Ausgangspunkt.

Wer möchte kann sich den Track hier runter laden :

3. Unsere Wanderungen

Als Wanderführer hatte ich mir den Rother Ostseeküste Schleswig-Holstein zugelegt. Dort sind 60 Touren beschrieben. Als Wanderregion ist die Ostseeküste m.E. besonders für Senioren geeignet. Die Wege sind alle flach und gut begehbar. Bei diesen Strecken konnten wir jeden Tag eine Runde drehen, während in anderen Gegenden mit anspruchsvolleren Strecken schon mal eine gelegentliche Wanderpause fällig ist. So machten wir in 2 Wochen 9 Wanderungen.

Über diese habe ich bereits separat in jeweils eigenen Beiträgen berichtet. An dieser Stelle daher nur eine Übersichtskarte mit Links zu den entsprechenden Beiträgen.

Welche Strecken haben uns denn besonders gefallen ? Hier würde ich die folgenden drei besonders herausheben :
1. Wald-, Küsten und Seewanderung in Glücksburg
Hier ist alles dabei : Küste, Wald, ein See und darüber hinaus lockt noch ein Museum falls der Wettergott gegen den Wanderer ist.
2. Rund um den Sankelmarker See
Hier war der Wettergott definitiv nicht auf unserer Seite. Trotzdem hat mir die kurze Runde um den See (6 km) sehr gefallen. Alles naturbelassene Wege und kein Asphalt.
3. Küstenwanderung an der Ostsee bei Stohl
Auch hier gab es nur naturbelassene Wege. Von der Steilküste aus hat man die ganze Zeit einen tollen Blick auf den Strand und das Meer. Man muß aufpassen daß man nicht dem „Hans-guck-in-die Luft“ Effekt zum Opfer fällt.

4. Kiel mit dem 9 Euro Ticket

Schleswig hat auch einen Bahnhof und wir ein 9 Euro Ticket. Was lag da näher als ein autofreier Tag. Einer meiner Söhne hatte mir die Handy App DB-Navigator ans Herz gelegt. Damit plante ich unsere Bahnfahrt. Als Ziele kamen Flensburg oder Kiel in Frage. Die Bahnfahrt nach Lübeck hätte bei Hin- und Rückfahrt knapp 8 Stunden gedauert. Auch wenn man gemeinhin sagt der „Weg ist das Ziel“ so war uns das denn doch zu viel des Weges. Aber Kiel passte gut, geht ohne umsteigen und der Bahnhof liegt dort mitten in der Stadt. In Schleswig war dies nicht der Fall und wir hätten entweder einen Bus nehmen oder knapp 3 km Fußweg zum Bahnhof gehabt. So nahmen wir dann doch den Wagen und hatten Glück in der Nähe des Bahnhofs einen kostenlosen Parkplatz zu finden.

Der Zug war voll und wir mußten stehen, aber schon nach dem ersten Halt bekamen wir einen Sitzplatz. Und pünktlich war er auch noch !!

Schreventeich in Kiel mit seinen Wasservögeln

In Kiel machten wir zunächst in dem Café eines Einkaufszentrums eine Zwangspause. Der Regen war einfach zu heftig. Frisch gestärkt zogen wir dann los um die Stadt zu erkunden. Wir durchwanderten verschiedene Parks und Einkaufszentren. Überall wurden Stände und Pavilions aufgebaut. Alles für die Kieler Woche die am nächsten Wochenende beginnen wird. Am Kai lag ein riesiges Kreuzfahrtschiff welches aus der Ferne zunächst wir ein Hochhaus wirkte. Auf uns wirkte es irgendwie abschreckend, aber wir sind ja nicht gerade typische Kreuzfahrt Urlauber.

Sehr dominant dieser Kreuzfahrer

Wir wanderten die Kiellinie entlang, zurück wieder durch Parks und Fußgängerzone und am Ende noch am Willy-Brandt-Ufer. Als wir wieder am Bahnhof ankamen hatten wir an unserem wanderfreien Tag trotzdem 10 km zurück gelegt.

Die Rückfahrt war wie die Hinfahrt : pünktlich und mit Sitzplatz bei voller Bahn. Alle trugen Masken und das war auch gut so, denn 3 Tage später bekamen wir auf unserer Corona App eine rote Meldung. Ein entsprechender Schnelltest war zum Glück negativ.

5. Schifffahrt auf der Schlei

Eigentlich wollten wir ja noch nach Helgoland. Bei näherer Betrachtung ergab sich aber, das wir bei einem Tagesausflug die meiste Zeit auf dem Schiff verbringen würden ohne dabei Land zu sehen.

Also disponierten wir um und machten statt dessen eine Schifffahrt auf der Schlei. Von Schleswig aus wurden 2 Touren angeboten : eine Fahrt bis zur Schleimündung die 9,5 Stunden dauert und eine Fahrt nach Ulsnis mit 3 Stunden Dauer (beides Hin- und Rückfahrt). 9 Stunden waren uns zu lang und so buchten wir die Fahrt nach Ulsnis (16 Euro pro Person).

 
Unser Schiff kurz vor dem Start
Unterwegs mit unserem Kapitän
An der engsten Stelle der Schlei bei Missunde
Dom am Spätnachmittag auf der Rückfahrt

Wir starteten um 14 Uhr. Die Fahrt war gut gebucht ohne das es zu voll war. Wir fanden jederzeit eine schönen Platz sowohl im Innen- als auch im Außenbereich.

Das Schiff tuckerte gemütlich vor sich hin und anfangs gab es noch einige interessante Infos des Kapitäns zum Schiff und auch zur Schlei und der Fahrtstrecke. Ich hatte reichlich Gelegenheit zum fotografieren und lasse mal die Bilder für sich sprechen.

 
Sandbank gegenüber von Stexwig
Unterwegs an der Engstelle der Schlei
Unterwegs bei Missunde
Die meisten Häuser am See haben einen Bootsanleger
Segelboot auf unserer Rückfahrt
Neue Häuser im Nordteil von Schleswig

Auf dem Schiff gab es eine Bordküche, der Verzehr von mitgebrachten Speisen war nicht gestattet. Angebot und Preise passten gut zu so einem Ausflug und so gönnten wir uns neben einem kleinen Hauptgericht noch Café und Kuchen. Alles in allem ein gelungener Ausflug und eine glatte Empfehlung zu Nachahmung.

6. Museum & Turmbesteigung

An unserem letzten Tag in Schleswig, einem Freitag, ließen wir es etwas gemütlicher angehen. Schließlich mußten wir am nächsten Tag das Appartement bis 10 Uhr geräumt haben. Bei mir stand noch eine Besteigung des Kirchturmes an. Petra wäre mitgekommen, ihr fehlte aber das Kleingeld um den Obolus für den Aufstieg zu leisten. Also dreht sie eine Runde im Dom und drumherum während ich mir fast einen Drehwurm beim Aufstieg holte. Da der Kirchturm nach oben sehr spitz zuläuft kann man nur bis etwa zur Hälfte rauf. Ich kam trotzdem ins Schnaufen und war ganz froh das es nicht bis ganz nach oben ging. Die Aussicht ist prächtig und es lohnt sich schon, auch wenn die Bilder wegen des Wetters und der ungünstigen Tageszeit nicht so dolle geworden sind.

 
Blick vom Turm in Richtung Altstadt
Landesgartenschaugelände vom Kirchturm aus
Stylische Appartementhäuser am Rande des Parks

Anschließend wanderten wir entlang der Schlei zum Stadtmuseum von Schleswig. Hier gab es zwei Fotoausstellungen und ein Teddy Museum zu besichtigen. Dort blieben wir eine gute Stunde. Das Teddy Museum ist sehenswert, Petra erinnerte sich an ihren Hermann, einen Teddy den sie mal hatte und der immer noch existiert. Der hat mittlerweile auch schon über 60 Jahre auf dem Buckel und wir sahen hier ganz ähnliche Exemplare.

Stadtmuseum in Schleswig

Auf dem Rückweg machten wir im Park unsere Mittagspause und wanderten durch die Fußgängerzone wieder zurück. Danach wurden Koffer gepackt und es gab ein letztes Abendessen in der Schlei Möve.

7. Résumé

Ich hoffe man kann meiner Schilderung entnehmen das uns der Urlaub hier sehr gefallen hat. Wir hätten auch drei Wochen hier verbringen können, aber verschiedene Arzt- bzw. vorbeugende Instandhaltungstermine (in unserem Alter braucht man sowas gelegentlich) standen dem im Wege.

Ein letztes Mal an der Schlei bei Holm

Ich bin mir sicher das dies nicht unser letzter Urlaub an der Ostseeküste in diesem Bundesland gewesen ist. Schließlich hatten wir den südlichen Teil unseres Wanderführers ganz bewußt ausgespart.

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